15-jähriges Mädchen erstochen

Gepostet am von zediron

15-jähriges Mädchen erstochen

Ein 15 Jahre alter Afghane hat im rheinland-pfälzischen Kandel ein gleichaltriges deutsches Mädchen erstochen. Dem Angriff sei ein Streit zwischen den Teenagern in einem Drogeriemarkt vorausgegangen, teilten die Staatsanwaltschaft Landau und das Polizeipräsidium Rheinpfalz mit. Das Mädchen sei im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Passanten überwältigten den Afghanen nach der Tat am Nachmittag, die Polizei nahm ihn fest.

 

Mir blieb der Frühstückstoast im Halse stecken, als ich das heute Morgen gelesen habe. Ein 15-jähriges Mädchen stirbt kurz nach Weihnachten, weil ein ebenfalls 15-jähriger ihr in einem Supermarkt ein Messer in den Körper rammt.

Jetzt kann man leicht dahin gehen und wieder das einfache “So ein Afghane kann sich einfach nicht benehmen, kommt aus irgendeiner primitiven Epoche etc”-Gelaber loswerden. Aber ich frage mich: Auch in Afghanistan wird es doch nicht Usus sein, dass 15-Jährige (so der Mensch tatsächlich 15 ist. Was die Altersbestimmung angeht, sind ja ausreichend Schwierigkeiten bekannt) andere 15-Jährige umbringen. Wenn wir einfach mal voraussetzen, dass das auch in Afghanistan nicht besonders legal ist, dann weiß dieser Mensch, dass eine Mehrheitsgesellschaft derartige Tätigkeiten im Normalfall ablehnend goutiert – und er tut es trotzdem.

Wie aber mit einer solchen Situation umgehen. Für die Familie des Mädchens ist die Sache klar, sie wird trauern und dem 15-Jährigen die Pest an den Hals wünschen. Freilich wünsche auch ich ihm ein sehr unglückliches Leben. Wenn wir aber weg vom Konkreten hin zum Abstrakten gehen, können wir uns die Frage stellen, ob wir von einem auf viele schließen können. In der Politikwissenschaft wird ein derartiges Vorgehen als “ökologischer Fehlschluss” bezeichnet, von einer Minimal- auf eine Maximal-Ebene schließen, geht im Regelfall schief. Im Klartext: Nur weil ein Afghane so handelt, handeln nicht alle Afghanen so. Oder – eine Ebene höher – gesagt: Nur weil ein Menschen so handelt, handeln nicht alle Menschen so. Trotzdem bereitet eine derartig abscheuliche Tat Sorgen, die Augen wandern eben doch etwas genauer zu Menschen, die einem anderen, als “gefährlich” eingestuften Kulturkreis näher kommen. “Social Profiling” nennt die Polizei das. Auch Menschen ohne Uniform machen das. Wir stecken andere Menschen anhand von Kleidung, Beruf, Optik, Alter etc. in Schubladen. Nicht schön, aber normal.

Auch ich mache das. Vor allem, wenn ich mit meiner Familie unterwegs bin und halte mich sehr gerne fern von Menschen, die ich mit blutrünstigen Nachrichten verbinde. Das ist unfair für diese Menschen. Ich weiß. Im Zweifelsfall erscheint mir dieses Vorgehen aber sicherer zu sein… Wie seht Ihr das?

 

Quelle: Stern.

Das könnte Euch auch interessieren

||||| 0 Gefällt mir |||||

Lass eine Antwort da