“Hilfe: Mein Kunde ist ein Extremist”

Gepostet am von zediron
Wie reagieren, wenn sich ein Kunde im Gesprächsverlauf  grenzüberschreitende Positionen offenbart?

Wie reagieren, wenn ein Kunde im Gesprächsverlauf grenzüberschreitende Positionen offenbart?

 

“Hilfe: Mein Kunde ist ein Extremist”

Interessante Problematik, die mich erreicht hat. Wie können Angestellte reagieren, wenn ihnen Extremisten gegenüber sitzen?

Folgender Hintergrund für meine Überlegung: Ein Bekannter erzählte von einer Begegnung mit einer strenggläubigen Muslima. Der Bekannte ist im Dienstleistungssektor tätig, hatte ein Kundengespräch mit der Frau. Im Verlauf des längeren Gesprächs kamen die beiden auf den Glauben der Frau zu sprechen und sie sagte, dass “alle Ungläubigen bestraft werden müssten, weil sie vom Glauben abgekommen sind”. Mit Ungläubigen war unter anderen auch eben jener Bekannte gemeint, der ihr gegenüber saß.

Der Bekannte sagte, dass er die Muslima an dieser Stelle am liebsten rausgeschmissen hätte. Berufsbedingt musste er sich allerdings zügeln, Rückendeckung durch den Arbeitgeber scheint es nicht zu geben. Auch meine Freundin sagte, sie hätte in ihrem Beruf derartig schwierige Menschen nicht rausschmeißen dürfen, es hätte zu einer Abmahnung kommen können.

 

Für mich als Freiberufler ist es sehr einfach, meinem moralischen Kompass entsprechend bestimmte Äußerungen nicht dulden zu müssen. Säße mir ein Kunde gegenüber, der erkennbar extremistische Äußerungen tätigt, ganz gleich ob rechts, links oder religiös motiviert, kann ich aufstehen und gehen. Ich bin selbstverständlich nicht verpflichtet, mit solchen Menschen Geschäfte zu tätigen – und würde es auch nicht.

Als Angestellter lebt es sich nicht so einfach. Andererseits: Welchen Wert haben Lichterketten und Demonstrationen gegen Terror und Gewalt, wenn wir Extremisten im Alltag tolerieren? Wäre es nicht angemessen, Extremisten von Waren und Dienstleistungen auszuschließen, wenn sie sich als das zu erkennen geben, was sie sind?

 

Ich sehe hier Firmen und Arbeitgeber in der Pflicht, entsprechende Leitlinien ihren Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen. Erwarte ich zu viel? Sind derartige Äußerungen noch zu ertragen? Würde mich interessieren, wie Ihr das seht. Und insbesondere, wie sich die Arbeitnehmer unter Euch verhalten, wenn Ihnen ein Kunde gegenüber sitzt, der sagt, dass Menschen als Teil einer Gemeinschaft kollektiv bestraft werden müssten.

 

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